Auch die Excel-Datei hat noch ihre Berechtigung, meint IT-Experte Rainer Möller.
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Auch die Excel-Datei hat noch ihre Berechtigung, meint IT-Experte Rainer Möller.

Computergestützte Auswertungssysteme sind Standard in der Schweinehaltung. Die Kriterien zur Auswahl geeigneter Software erläutert Agrarunternehmer und Computerexperte Rainer Möller.

agrarzeitung: Welche Anforderungen muss Auswertungssoftware in der Schweinehaltung heute erfüllen?

Möller: So banal es sich anhört: Das Wichtigste ist, dass sie tatsächlich genutzt wird. Dafür muss die Software einfach und schnell bedienbar sein. Auch sollte die Analyse der Daten sich auf das Wesentliche konzentrieren und Zahlen auch grafisch darstellen. Wenn beispielsweise Ferkelkosten steigen, sieht der Mäster umgehend per Diagramm, auf welchen Betrag die direktkostenfreie Leistung sinkt.

Worauf sollten Erzeuger bei der Entscheidung für eine Controlling-Software besonders achten?

Möller: Zunächst muss der Anwender wissen, was er mit dem jeweiligen System erreichen möchte. Dann kann er Preis und Leistung verschiedener Lösungen beurteilen und die für seinen Betrieb richtige Entscheidung treffen. Eine kostenfreie Testversion hilft sicherlich immer bei der Beurteilung.

An wen richten Sie Ihr Angebot?

Möller: Der Schweinemastrechner und andere Tools richten sich einerseits an Unternehmen der Agrarbranche, deren Vertriebsmitarbeiter immer häufiger einen Tablet-PC im Kundengespräch nutzen. Mit den Tools beraten sie Landwirte schnell und individuell. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge demonstrieren sie sekundenschnell. So verbessert beispielsweise aktuell eine um 0,1 verbesserte Futterverwertung die direktkostenfreie Leistung eines Betriebs mit 2000 Mastplätzen um rund 12000 Euro pro Jahr. Dabei nennt der Landwirt für die Berechnung eigene Daten. Wir stellen die Tools auch Beratungsringen, Landwirten und Studenten zur Verfügung. Für die ist vor allem die Sensitivitätsanalyse, also ein Soll-Ist-Vergleich, besonders interessant. Damit erkennen sie die zukünftige Entwicklung der direktkostenfreien Leistung, wenn sich biologische Leistung, Kosten oder Erlöse verändern.

Wie und wo wird das System installiert?

Möller: Zurzeit sind die meisten Tools als Excel-Datei verfügbar. Dabei liegen die Daten auf dem Rechner des Anwenders. Die Nutzung und Umsetzung als App ist geplant und grundsätzlich möglich. Bei Web-Applikationen fordern häufig unsere Kunden die Speicherung der Daten, um diese später wieder zu verwenden. Wir nutzen dafür zertifizierte Rechenzentren in Deutschland, für die das deutsche Datenschutzrecht gilt. Natürlich ist die Vernetzung der Daten grundsätzlich möglich und mir persönlich gefällt der themenübergreifende Ansatz. Wir konzentrieren uns zunächst auf Entwicklung und Umsetzung unserer Ideen mit dem Ziel, noch mehr nützliche Analyse- und Planungstools für die Landwirtschaft zu entwickeln. Die Verknüpfung der Daten spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle.

Zur Person
Möller Agrarmarketing arbeitet exklusiv für die Agrarbranche. Schwerpunkt ist die Entwicklung von Analyse- und Planungstools für die Landwirtschaft, zunehmend für mobile Anwendungen. Gründer und Inhaber Rainer Möller ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Vor der Gründung des eigenen Unternehmens 2011 arbeitete er zwölf Jahre bei einem Mischfutterhersteller in Niedersachsen. (jst)

Wie ist Ihre Meinung zur Sicherheit von Daten der Einzelbetriebe?

Möller: Datensicherheit ist ein wichtiges Thema. Wenn jemand auf Nummer sicher gehen möchte, nutzt er die gute alte Excel-Datei. Auch unsere Agrar-App für einfache Düngerplanung kann ohne Eingabe persönlicher Daten genutzt werden und eine Datenspeicherung findet zurzeit nicht statt. Bei Internet-Anwendungen mit Speichermöglichkeit muss jeder Betrieb für sich entscheiden, wie weit er gehen möchte.

Die Fragen stellte Dr. Jürgen Struck.
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