Hersteller von Lebensmitteln blicken wenig optimistisch in die Zukunft. Die Investitionsbereitschaft ist eher verhalten.

30 Prozent der Lebensmittelproduzenten planen in den kommenden zwei Jahren eine Erweiterung oder Übernahme. Vor einem Jahr hat dieser Anteil noch 40 Prozent betragen, geht aus einer Befragung unter 110 repräsentativ ausgewählten Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie hervor.

Die Bonner Beratungsgesellschaft AFC Management Consulting hat darüber hinaus Unterschiede nach Betriebsgrößen festgestellt. So nahm etwa die Anzahl der Lebensmittelproduzenten mit über 500 Mitarbeitern, die für die nächsten zwei Jahre Übernahme- oder Erweiterungsinvestitionen planen, von knapp 70 Prozent im Jahr 2011 auf nunmehr 44 Prozent ab. Bei mittelständischen Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern liegt die Investitionsbereitschaft mit 22 Prozent zwar auch unter dem Vorjahr - aber nur um 7 Prozentpunkte.

Erheblich umfangreicher reduzieren die mittelgroßen Unternehmen der Ernährungsbranche mit 250 bis 500 Mitarbeitern ihre Investitionspläne für die kommenden 24 Monate: Drei Viertel von ihnen gaben in der Befragung an, keine Ausgaben für Erweiterungen oder Übernahmen vorzuhaben. Im Vorjahr lag dieser Wert noch unter 50 Prozent.

Insgesamt sei die Investitionsplanung aller Unternehmen für die nächsten zwei Jahre derzeit auf dem niedrigsten Stand seit Einführung der AFC-Studie im Jahr 2004, stellte Thomas Küsters, Geschäftsführer der AFC Management Consulting GmbH, fest.

Im Gegensatz zu diesen Ergebnissen nimmt die Investitionsneigung in der Landwirtschaft zu. Die vierteljährliche Befragung des Deutschen Bauernverbandes unter Landwirten zeigte zuletzt einen Anstieg. Beflügelt werde die Stimmung durch hohe Erzeugerpreise. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Konjunktur durch rechtliche Unsicherheit. So beobachten Forscher einen Rückgang bei Investitionen in Biogasanlagen, sowie Stallneubauten. (hed)
stats