Fleischproduzent JBS

Irland abgesagt

Der weltgrößte Fleischproduzent JBS legt den Umzug wesentlicher Bereich nach Irland vorerst auf Eis. Die staatliche Förderbank BNDES, die mit 20 Prozent zweitgrößter Aktionär ist, hat ihr Veto eingelegt, meldet die Lebensmittelzeitung.

Der Umbau sei "nicht im besten Interesse von Unternehmen und Anteilseignern", heißt es zur Begründung. JBS wollte in Dublin sein internationales Geschäft abspalten. Unter dem Dach der neuen Gesellschaft JBS Foods International, sollten alle Aktivitäten außerhalb Brasiliens zusammengefasst werden. Das betrifft auch die fleischverarbeitenden Betriebe in den USA, die rund 80 Prozent des Gesamtumsatzes in Höhe von insgesamt mehr als 45 Mrd. € ausmachen. Auch die Kontrolle über den Gesamtkonzern wäre von Irland aus erfolgt. Der kleinere Konzernteil mit den brasilianischen Geschäftsbereichen sollte neu unter JBS Brasil firmieren.

Im August hatte der Branchenriese bei der US-Börsenaufsicht bereits die Registrierung von JBS Foods beantragt. Nach den aktuellen Nachrichten sank der Aktienkurs um 20 Prozent.

Grund für die Unternehmessitzverlegung sind die Steurvergünstigungen, die der irische Staat bietet. Auch andere Unternehmen wie Apple fühlten sich davon bereits zu einer Verlegung des Unternehmenssitzes inspiriert. (kbo)
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