Italien blockiert Handelsabkommen mit Südafrika

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Italien blockiert ein Handelsabkommen zwischen der EU und Südafrika, das ursprünglich in seinen wesentlichen Teilen am 1. Januar 2000 in Kraft treten sollte. In dem Abkommen geht es um einen gegenseiten schrittweisen Abbau von Einfuhrzöllen von Industrie- und Agrarprodukten. Im Juli 1999 hattens ich die EU-Mitgliedsstaaten darauf verständigt, den beschlossenen Zollabbau mit dem Jahreswechsel in Kraft treten zu lassen und bis dahin noch offene Punkte im Handel mit Wein und Spirituosen mit Südafrika zu klären. Der Streit um bestimmte traditionelle und geografische Bezeichnungen für Weine und Spirituosen konnte aber bisher nicht beigelegt werden. Italien sieht seinen "Grappa" nicht ausreichend geschützt, weil Südafrika ebenfalls Produkte unter dieser Bezeichnung verkaufen möchte. In Deutschland geht es unter anderem um den Schutz der Bezeichnung "Korn". Aber allein Italien geht so weit, dass es wegen des Streits um Bezeichnungen das gesamte Abkommen blockiert. Juristen der EU-Kommission prüfen zur Zeit, ob ein einzelnes Land der EU-15 das Inkrafttreten des Interim-Abkommens ohne den Wein- und Spirituosenteil verhindern kann.(Mö)
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