Japan zweifelt an Brasiliens Veterinärkontrolle


Japan stoppt Rindfleischimporte aus Brasilien. Tokio will geklärt wissen, warum Analysen in einem BSE-Verdachtsfall so lange auf sich warten ließen.

Das verdächtige Rind ist bereits 2010 gestorben. Die Analysen in Brasilien haben sich nach dem Bericht der internationalen Tiergesundheitsorganisation OIE in Paris hingezogen, weil die Symptome nicht eindeutig gewesen seien. Hinzu kamen organisatorische Probleme. In der vorigen Woche sind Proben vom OIE-Referenzlabor im britischen Weybridge untersucht worden.

Am Freitag hat das OIE die Ergebnisse bekannt gegeben. Es habe sich vermutlich um einen „atypischen Krankheitsverlauf" von BSE gehandelt. Das 13-jährige Rind sei jedenfalls nicht an BSE gestorben. Deswegen stuft die OIE nach wie vor Brasilien als Land ein, das ein „zu vernachlässigendes" BSE-Risiko aufweist. Bislang ist dort noch nie ein BSE-Fall nachgewiesen worden.

Japan als eines der größten Importländer für Rindfleisch hat dennoch unverzüglich reagiert und Brasilien von der Lieferliste gestrichen. Diese Entscheidung hat kurzfristig wenig Auswirkungen für den Handel, kommentiert Agra Europe London. Denn die brasilianischen Fleischexporteure dürfen zurzeit ohnehin nur hitzebehandelte Ware nach Japan liefern. Hier sind Auflagen wegen der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Brasilien entscheidend.

Dennoch könnte das BSE-Thema Auswirkungen haben, weil es dem Ruf der gesamten brasilianischen Veterinärüberwachung schadet. Denn die japanischen Behörden fragen sich, warum es zwei Jahre gedauert hat, bis Testergebnisse zu dem kranken Tier vorgelegen haben. (db)
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