Vier große Mischfutterwerke in Japan sind schwer beschädigt und fallen zunächst aus. Außerdem warnt das Agrarministerium in Tokio die Tierhalter vor radioaktiver Belastung. Die Folgen von Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe belasten die japanische Agrarwirtschaft. Die Maisexporteure der USA beobachten die Situation aufmerksam, denn Japan ist der weltgrößte Absatzmarkt für den internationalen Maishandel. Tommy Hamamoto, Japan-Direktor des US-Getreideexportverbandes USGC, berichtet, dass vier große Mischfutterwerke im Nordosten vom Erdbeben und Tsunami lahmgelegt worden sind. Sie stellen zusammen 15 Prozent der japanischen Erzeugung. Der Mengenausfall ist beachtlich, denn in Japan werden jährlich 25 Mio. t Mischfutter hergestellt. Die Menge ist größer als beispielsweise in Deutschland, weil die japanischen Tierhalter kaum Mischungen auf Grundlage eigenen Getreides herstellen können. Hamamoto ist jedoch überzeugt, dass die Produktionsausfälle in Japan bis April oder Mai kompensiert sein werden. Dann könnten unversehrte Anlagen fehlende Mengen aus den lahmgelegten Werken ersetzen. Außerdem berichtet Hamamoto, dass der Wiederaufbau auf Hochtouren läuft.

Die japanischen Tierhalter sind unterdessen mit Radioaktivität konfrontiert. Um Fleisch und Milch vor Kontamination zu schützen, empfiehlt das Agrarministerium, die Tiere im Stall zu halten. Hamamoto hält jedoch einige Befürchtungen für übertrieben, weil sich der Schwerpunkt der Tierhaltung im Westen des Landes und damit in einigem Abstand zu den zerstörten Kernkraftwerken befindet. (db)
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