Joachim Rukwied mahnt mehr Realitätssinn an


Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) seien inzwischen lediglich ein Thema für die Politik und die Medien geworden, sagte der neue Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Joachim Rukwied nach seiner Wahl in Fürstenfeldbruck. Auch bei erneuerbaren Energien fordert er Augenmaß.

Die deutschen Landwirte würden sich kaum noch mit dem Thema GVO beschäftigen, da die Verbraucher keine gentechnisch veränderten Lebensmittel wünschten, sagte Rukwied vor der Presse. Die Öffentlichkeit sollte sich jedoch nicht vor der Realität verschließen und die Diskussion emotionsfrei führen. Nach Auskunft Rukwieds werden weltweit rund 145 Mio. ha mit gentechnisch veränderten Pflanzen bestellt. Vor diesem Hintergrund, so gab er zu bedenken, kann es keine "Nulltoleranz" geben.

Nachdrücklich mahnte er auch eine Einschränkung der Photovoltaik-Anlagen in der Fläche sowie die Korrektur der Überförderung bei Biogasanlagen an. "Hier gibt es zuviel Anreiz ", so der frisch gewählte DBV-Präsident. Die "Greening"-Pläne von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos lehnt er ab. Rukwied ist davon überzeugt, dass Direktzahlungen der ersten Säule zu Investitionen anspornen, "die der Landwirtschaft Mut machen, die Erzeugung von Nahrung und Energie in Einklang mit den natürlichen Voraussetzungen zu steigern". (HH)
stats