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John Deere setzt auf künstliche Intelligenz

Herbizidapplikation in den USA: Unter dem Schirm werden die Einzelpflanzen gezielt behandelt.
-- , Foto: John Deere
Herbizidapplikation in den USA: Unter dem Schirm werden die Einzelpflanzen gezielt behandelt.

Blue River entwickelt Technologien und Anwendungen von künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence). Nach Angaben von John Deere ermöglichen sie eine gezielte Behandlung von Einzelpflanzen auf dem Feld. Der Landtechnik werden damit völlig neue Perspektiven im Pflanzenbau eröffnet, ist das Unternehmen überzeugt. Mithilfe der Pflanzenerkennung könnten Maßnahmen gezielter durchgeführt werden. Behandlungen von ganzen Flächen seien nicht mehr notwendig, der Herbizidaufwand sinke deutlich. „Blue River Technology spricht unter den Bedingungen in den Vereinigten Staaten von bis zu 90 Prozent“, sagte ein Sprecher von John Deere auf Anfrage der agrarzeitung (az).

Eine pauschale Aussage sei jedoch nicht möglich, da die Reduzierung von vielen Faktoren abhänge, die zum Beispiel auch in den USA und Europa unterschiedlich sein können. Grundsätzlich ist das Verfahren den Angaben zufolge derzeit nur für Reihenkulturen geeignet, also in Europa zum Beispiel für Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln. Nur hier gebe es entsprechende Reihen- und Pflanzenabstände (Einzelstand der Pflanzen), die derzeit eine Erkennung ermöglichten. „Somit gibt es hier ein größeres Potenzial als beispielsweise im Getreide“, so der Sprecher. Das System muss auf die jeweilige Unkraut- und Kulturpflanze „kalibriert“ werden, um eine Unterscheidung zu ermöglichen. „Zudem kann die Technik nur bei der Ausbringung von Kontaktherbiziden eingesetzt werden“, heißt es bei John Deere weiter.

Das Unternehmen Blue River ist in diesem innovativen Sektor laut John Deere Vorreiter. Das Start-up hat die Technologie für Pflanzenschutzgeräte entwickelt und setzt Bilderkennungssysteme, Robotertechnologie und „lernende Maschinen“ ein, die Pflanzen erkennen, sie identifizieren und Maßnahmen punktuell durchführen.

John Deere plant zukünftig die Integration in eigene Technik. In Nordamerika wird die Implementierung vermutlich deutlich schneller möglich sein, da das System für die dortigen Ackerkulturen und Einsatzbedingungen entwickelt wurde. „Für eine Aussage bezüglich der Übertragung nach Europa ist es momentan eindeutig zu früh“, räumt der Sprecher ein. Hier sei zunächst eine Analyse der konkreten Bedingungen vor Ort, beispielsweise der Kulturpflanzen und Unkräuter, notwendig. „Wir haben aber die klare Absicht, die Technik auch hier einzuführen“, heißt es in Mannheim. Denn der Einstieg in die künstliche Intelligenz ist laut Konzern ein weiterer Meilenstein, um den Kunden innovative und umweltschonende Lösungen anbieten zu können. (Sz)
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