Aktuell kann bei den jungen Rapspflanzen eine Gelbverfärbung der Blätter festgestellt werden. Dies dürfte nach den Worten von Prof. Heinrich W. Scherer von der Universität Bonn auf einen Schwefelmangel hindeuten.

Während der Düngetagung heute in Castrop Rauxel verdeutlichte der Wissenschaftler, dass das Alter der Blätter auf den Grund der Gelbverfärbung hindeute. So kennzeichnen junge gelbe Blätter bei Raps einen Schwefelmangel, hingegen handelt es sich bei älteren gelben Blättern um einen Stickstoffmangel. In beiden Fällen komme es zu geringeren Erträgen, sagte Scherer.
 
Der Wissenschaftler stellte in verschiedenen Versuchsvarianten eine optimale und unterlassene Schwefeldüngung bei Leguminosen gegenüber. Fehlt den Pflanzen Schwefel (S), stockt der Transport von Nährstoffen. Dagegen führe eine optimale S-Versorgung zu einer hohen Fixierung von Stickstoff in den Knöllchen von Ackerbohnen und Erbsen. Besonders ausgeprägt sei der Einfluss des Schwefels auf den Samenertrag dieser Kulturen.

Ein verstärkter Kalimangel deutet sich in den Veredlungsregionen an. Durch den verstärkten Anbau von Mais komme es im Winter zu einer höheren Auswaschung des Nährstoffes. Darauf wies der Pflanzenbauexperte Geert-Udo Stroman, von der LWK Niedersachsen hin. Damit fehle den nachfolgenden Kulturen Kali.

Die geplante Novelle der Düngeverordnung, in der eine verpflichtende Bedarfsermittlung geplant ist, dürfte die Brisanz noch verstärken. Denn der Einsatz von kalireicher Rindergülle wird eingeschränkt werden. Vor allem in Futterbauregionen drohe auf leichten Standorten eine Unterversorgung mit Kali, die zu Ertragseinbußen führen kann. (da)
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