Börsenparkett

K+S droht der Rauswurf


Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird am Donnerstagabend eine Arbeitsgruppe der Deutschen Börse beschließen, dass die K+S AG nicht mehr die Kriterien für einen Verbleib im DAX erfüllt. Nach Informationen von agrarzeitung.de werden die Aktien von K+S dann ab dem 21. März im MDax gelistet und die Börsenbundesliga verlassen müssen.

Seit dem Aufstieg von K+S in den DAX im Jahr 2008 gibt es fast jährlich ein Zittern, ob der Rohstoffwert (oder: das Rohstoffunternehmen) die Kriterien erfüllt oder weichen muss. Zur Überprüfung hat die Deutsche Börse mit der Fast-Exit-Regel ein festes Regelwerk installiert. Sie besagt, wer bei einem der beiden Kriterien täglicher Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung (gehandelte Aktien multipliziert mit dem Kurs) schlechter als auf Platz 45 rangiert, muss den DAX verlassen, wenn es einen besseren Wert gibt, der die Kriterien erfüllt. Zugrundgelegt wird der Handelsmonat Februar, in welchem die K+S-Aktie massiv abgestürzt ist. K+S dürfte deshalb wegen der schwachen Marktkapitalisierung seinen Hut nehmen müssen. K+S bleibt gegenüber den bevorstehenden Ereignissen gelassen: "Auch im M-DAX wäre K+S kein Unternehmen minderer Qualität“, sagte vor Kurzem K+S-Vorstandschef Steiner im Interview.

Freuen kann sich der bislang ewige Zweite, der Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media. Auch Hugo Boss ist im Gespräch. Nach der Fast-Entry-Regel könnte die TV-Sendergruppe jetzt zum Zug kommen, da sie in beiden Kriterien Rang 25 einnimmt und für K+S nachrücken kann.

Zuletzt sorgte der Kalihersteller am vergangenen Freitag für Schlagzeilen, als überraschend Vorstandsmitglied Andreas Radmacher mit sofortiger Wirkung das Unternehmen verließ. Vorstandschef Steiner wird vorrübergehend die Aufgaben von Radmacher, der das Kaligeschäft verantwortete, übernehmen. Nach Informationen von agrarzeitung.de wird ein Nachfolger gesucht. (da)

K+S wird am Donnerstag, 10. März 2016 das Jahresergebnis 2015 in Franfurt am Main vorstellen. (da)
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