Düngemittel

K+S erhält Aufschub

Das Werk Werra ist das größte Werk der K+S.
-- , Foto: K+S
Das Werk Werra ist das größte Werk der K+S.

Das Regierungspräsidium Kassel hat K+S mitgeteilt, dass Salzabwässer aus der Kaliproduktion unter den bisherigen Bedingungen in die Werra geleitet werden dürfen. Eigentlich wäre am heutigen 1. Dezember der erste Teil des Vier-Phasen-Plans als dauerhafte Lösung für die Salzabwasserproblematik in Werra und Oberweser in Kraft getreten. Demnach hätte K+S heute damit beginnen müssen, schrittweise weniger salzhaltige Abwässer in die Flüsse zu leiten. Nun heißt es im Regierungspräsidium, dass zwar das Ziel einer Reduzierung der Grenzwerte bis 2021 bestehen bleibe. Allerdings gibt es eine Änderung. Der Weg dorthin müsse nicht länger über festgelegte Stufen führen, sondern könne bis 2021 in einem Schritt erfolgen. K+S hatte diese Änderung im März 2015 beantragt.

Unterbreizbach produziert zunächst weiter

Unabhängig von dieser Regelung, endete für K+S eine weitere Frist am heutigen 1. Dezember. Dabei geht es um die wasserrechtliche Genehmigung zur Versenkung salzhaltiger Abwässer in den Untergrund. Hier hat das Regierungspräsidium in der Vorwoche eine Verlängerung beantragt, um alle Daten für eine befristete Übergangserlaubnis zu überprüfen. Da K+S erst einmal nicht mit einer schnellen Regelung rechnet, hatte der Düngerhersteller am vergangenen Freitag mitgeteilt, die Produktion in den Kaliwerken Unterbreizbach und Hattdorf vorrübergehend einzustellen. Denn der Niedrigwasserstand der Werra erlaubte keinen alternativen Entsorgungsweg.

Philippsthal vorrübergehend geschlossen

Nun haben sich die Wasserstände nach den ergiebigen Regenfällen wieder erhöht. Wie ein Sprecher von K+S gegenüber agrarzeitung.de mitteilte, kann im Werk Unterbreizbach in Thüringen voraussichtlich bis zum Wochenende weiter Kali abgebaut werden. In Verbundwerk Philippsthal in Hessen hingegen ruht die Produktion. Davon betroffen sind rund 1.000 Mitarbeiter. Sie können ihre Arbeitszeitkonten und Resturlaube abbauen. Eine Beeinträchtigung der Kunden mit Kalidüngemitteln sollte nur in Einzelfällen stattfinden, heißt es in Kassel. Die Belieferung mit Kalidüngern erfolgt aus Lagerbeständen sowie durch andere Werke. (da)
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