Vorwarnung

K+S schaltet Gang zurück


Auf der Basis vorläufiger Erkenntnisse ergibt sich für die K+S Gruppe im 2. Quartal 2016 ein Ebit in Höhe von rund 10 Mio. € gegenüber Vorjahr von 179,2 Mio. €. Die Abweichung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich neben einem deutlichen Rückgang des Durchschnittspreises für Düngemittel im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte aus unvorhergesehen hohen Produktionsausfällen aufgrund der limitierten Versenkerlaubnis für flüssige Rückstände im Werk Werra. Der durchschnittliche Preis von Kalidünger im Jahr 2015 lag bei 310 €/t. Derzeit liegt der Preis für 60-iger Kali bei 218 €/t ab Landlager. Auch der Geschäftsbereich Salz läuft unerfreulich. Hier führte die geringere Voreinlagerung von Auftausalz aufgrund hoher Bestände zu einem deutlichen Mengenrückgang insbesondere in Nordamerika. Das Unternehmen veröffentlicht den vollständigen Halbjahresfinanzbericht am 11. August 2016.

Salzabwasserentsorgung nicht einfach

Die Prüfung der von K+S im April 2015 beim Regierungspräsidium Kassel beantragten Fortsetzung der Versenkung bis Ende 2021 dauert an. K+S hatte Ende des Jahres 2015 einen Abschluss der fachlichen Prüfung im Sommer dieses Jahres erwartet. Im Rahmen der aktuell bestehenden Übergangserlaubnis können Salzabwässer nur in sehr begrenztem Umfang im Untergrund versenkt werden.
Die Entsorgung der Produktions- und Haldenabwässer ist daher eng an der Wasserführung der Werra auszurichten. Wieviel zu welchem Zeitpunkt eingeleitet werden kann, wird durch die behördlich festgelegten Grenzwerte bestimmt. Bei niedriger Wasserführung der Werra kann somit weniger eingeleitet werden.
Seit Beginn des Jahres mussten die Standorte Unterbreizbach (Thüringen) und Hattorf (Hessen) an insgesamt bis zu 49 Tagen die Produktion einstellen; insgesamt resultiert daraus zum Ende des 2. Quartals eine Minderproduktion von mehr als 400.000 t Kali. Diese Mengeneinbußen könnten aus heutiger Sicht  nicht aufgeholt werde. In den kommenden Monaten will K+S Lieferengpässe nicht ausschließen.

Für die Mitarbeiter des Verbundwerkes Werra wurde eine Betriebsvereinbarung über Kurzarbeit abgeschlossen; bisher waren davon in der Spitze rund 1.000 Mitarbeiter betroffen.
Maßnahmen zur kurzfristigen Sicherstellung der Produktion
Um die Produktion während der trockenen Sommermonate mit zu erwartender geringer Wasserführung der Werra und der nur noch in begrenztem Umfang zur Verfügung stehenden Versenkmengen aufrecht erhalten zu können, prüft das Unternehmen derzeit weitere Maßnahmen zur Abwasserentsorgung. Ein Schwerpunkt ist die temporäre Entsorgung im Umfeld der Standorte mit entsprechenden LKW- und Bahntransporten. Darüber hinaus wird die Prüfung zur Speicherung von Salzabwässern unter Tage intensiv vorangetrieben. (da)
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