Sparkurs

K+S streicht Stellen


Mit schweren Maschinen werden die Rohsalze unter Tage zur Sammelstelle gefahren.
-- , Foto: da
Mit schweren Maschinen werden die Rohsalze unter Tage zur Sammelstelle gefahren.

Der Gewinneinbruch 2013 beim Kasseler Düngemittel- und Salzhersteller K+S in Folge des Preissturzes von Kali seit knapp einem Jahr führt zu einem harten Sparprogramm. Bis 2016 sollen 500 Mio. € eingespart werden.

Derzeit würden alle Prozesse daraufhin überprüft, wie viel Stellen für die Arbeiten nicht mehr gebraucht werden, sagte Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender der K+S AG, in dieser Woche in Philippsthal/Hessen.

Deshalb könne er betriebsbedingte Kündigungen im Jahr 2016 nicht mehr ausschließen. Schon jetzt gibt es einen Einstellungsstopp im Unternehmen. Durch Fluktation seien in der Gruppe bislang Stellen im dreistelligen Bereich weggefallen. In Deutschland beschäftigt K+S 10.000 Mitarbeiter. 

Nachfrage steigt

Ausgelöst wurde die Krise auf dem Weltkalimarkt durch das Ende des russisch-weißrussischen Kaliexportkartells BPC im Juli 2013. Doch zeichne sich derzeit nach den Worten von Vorstandsmitglied Dr. Andreas Radmacher eine deutliche Stabilisierungstendenz ab.

Er hält die Talsohle der Preise für durchschritten. Schlagartig sank nach dem schwarzen Dienstag der Kurs von 60er Kali auf dem Weltmarkt von 400,00 auf 300,00 US-$/t. Der K+S-Durchschnittspreis reagierte zeitverzögert auf diese Marktentwicklungen. Marktteilnehmer bewerten derzeit den Preis für das in Deutschland übliche 40er Kali mit rund 260 €/t.

Seit Frühjahr ist die Nachfrage nach Kali wieder gestiegen. "Wir könnten mehr Kali liefern als wir haben", so Radmacher. K+S habe nach dem schweren Grubenunglück in Unterbreizbach weniger produziert, zusätzlich bremsen Umbaumaßnahmen im Verbundwerk Werra die Kapazitäten. Die akutelle Kaliproduktion von K+S liegt bei 5,5 Mio. t.

Große Vorräte in Kanada

Im Jahr 2017 soll das neue Kali-Förderprojekt in Lecacy in Kanada starten. Die erste Testphase für die Bohrleitungen ist angelaufen. Über Tage sind auf dem Gelände Arbeitercamps und Straßen zum Abtransport der Kalisalze kurz vor der Fertigstellung.

Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender von K+S freut sich darauf, wenn im Sommer 2016 das Werk in Betrieb geht. Bis 2017 können in Kanada rund 2 Mio. t Kali gefördert werden. "Damit können wir am Wachstum auf dem Kalimarkt teilnehmen", erklärte Steiner vor Journalisten in Philippsthal.

Mit Lecacy trifft er Vorsorge, denn die Vorräte in den sieben deutschen Werken gehen zur Neige. Beispielsweise am Standort Hattdorf Werra in Hessen könnte im Jahr 2060 Schicht im Schacht sein.  

Die Verfahrensverbesserungen und Umbaumaßnahmen im Verbundwerk Werra würden planmäßig 2015 fertiggestellt. Damit soll die Salzeinleitung in die Werra deutlich reduziert werden. (da) 
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