„Es hat mehrere Gespräche gegeben“, bestätigte das Bundeswirtschaftsministerium der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“. Dieses berichtet, eine der Überlegungen sei gewesen, die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als weißen Ritter ins Boot zu holen. Die Staatsbank solle K+S-Aktien kaufen, um eine Sperrminorität gegen Potash aufzubauen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Wirtschaftskreise.

K+S und das Wirtschaftsministerium kommentierten den Inhalt der Gespräche nicht. Ob ein solcher Deal tatsächlich stattfindet, ist allerdings unklar. Der Einstieg der KfW wäre möglich, wenn ein übergeordnetes Interesse bestünde, schreibt die Zeitung. Das in Deutschland überaus ungewöhnliche industriepolitische Manöver zeige, wie hart die Übernahmeschlacht mittlerweile geführt werde.

Der Kampf gegen die Übernahme von K+S wird damit endgültig zum Politikum. Potash hatte zuvor Gespräche mit der hessischen Regierung geführt. Dies deutet darauf hin, dass Potash Zusagen zur Arbeitsplatzsicherung und zum Umweltschutz machen dürfte, um für die Übernahme zu werben. Der hessische Landtag wiederum will die Übernahmepläne durchkreuzen, die hessischen Grünen hoffen auf ein Kartellverbot.

Potash will 41 Euro je Aktie bezahlen. Die Kasseler hatten das Angebot als zu niedrig abgelehnt. Zudem fordert K+S den Erhalt von Arbeitsplätzen und Standorten, das Salzgeschäft dürfe nicht abgespaltet werden. Es gilt als gesetzt, dass Potash das Angebot erhöhen wird. (mas/da)
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