Ad-hoc-Mitteilung

KTG-Agrar an Stiftung verkauft

Wurzeln in der Baubranche
Die Bremer Unternehmerfamilie Zech hat ihre Wurzeln in der Baubranche. Die Zechgruppe mit Sitz in Bremen ist heute in den Bereichen Bau, Projektentwicklung von Immobilien, Hotelentwicklung und -betrieb, Umwelttechnologie sowie Industriebeteiligungen engagiert. Käuferin der KTG Agrar SE ist die Gustav Zech Stiftung, die operativ von der Zech-Gruppe getrennt agiert. In der Agrarbranche ist die Familie bisher nicht engagiert.
Die KTG Agrar SE hat neue Eigentümer. Die Unternehmensteile in Deutschland wurden mit Ausnahme der Standorte Kohlberg und Quesitz an die Gustav Zech Stiftung, Bremen, verkauft, gab das insolvente Unternehmen heute in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt. Der KTG-Vorstand machte keine Angaben darüber, in welchem Umfang landwirtschaftliche Flächen veräußert wurden.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Dem Verkauf stimmten der Sachwalter und der vorläufigen Gläubigerausschuss zu. Die Stiftung kaufte auch 50,06 Prozent der in der Biogasproduktion aktiven KTG Energie AG. Der KTG-Agrar-Standort in Quesitz kaufte die aptus 1113 GmbH. Über dieses Unternehmen ist wenig bekannt. Im Handelsregister wird seit heute Dr. Heinz Herrmann als Geschäftsführer angegeben, der auch Geschäftsführer zahlreicher Unternehmen der Agrarwirtschaft im Raum Halle-Leipzig ist, unter anderem eines Lohnunternehmens im sechs Kilometer von Quesitz entfernten Lützen bei Leipzig. Ein weiterer Geschäftsführer dieser Agrardienste Lützen GmbH ist Werner Hofreiter, der Bruder des ehemaligen KTG-Chefs Siegfried Hofreiter.

Über den Kaufpreis vereinbarten die Vertragspartner Stillschweigen.
-- , Foto: ktg
Über den Kaufpreis vereinbarten die Vertragspartner Stillschweigen.
Mit den Transaktionen sei ein wesentlicher Teil des Verwertungsprozesses abgeschlossen, erklärten die KTG-Vorstandsmitglieder Jan Ockelmann und Ulf Hammerich. Für die Beteiligungen in Rumänien und Litauen würden gesonderte Verkaufsverhandlungen geführt.

Mit dem Kauf der KTG Agrar und der gleichzeitigen Mehrheitsbeteiligung an der KTG Energie AG könnte der Biogasproduzent wieder in ruhigere Fahrwasser gelangen. Zumindest bestehen damit für den Rohstoffbezug der Biogasanlagen bessere Perspektiven. Die KTG Energie musste die Biogasproduktion im Sommer drosseln, da die Substratlieferungen ins Stocken geraten waren. Der Kurs der KTG Energie-Aktie machte nach Bekanntwerden der Transaktion einen Sprung von 2.15 € auf 3,90 €. Am Nachmittag verlor die Aktie wieder. Um 14 Uhr notierte sie bei 3,36 €. (SB)
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