Biogasproduktion

KTG-Anlagen warten auf Mais

Die Biogasanlagen der KTG, wie hier in Seelow, haben Probleme mit der Substratversorgung.
-- , Foto: KTG
Die Biogasanlagen der KTG, wie hier in Seelow, haben Probleme mit der Substratversorgung.

In einer Ad-Hoc-Mitteilung informiert die KTG Energie ihre Aktionäre über massive Probleme bei der Biogasproduktion. Die Insolvenz der Mutter KTG Agrar führt offenbar zu Versorgungsengpässen bei der Substratbeschaffung. Die Auslastung der Biogasanlagen sei deshalb im August von 96 auf 61 Prozent gesunken. Im Laufe des Monats habe sich die Situation jedoch gebessert. Am Dienstag, 30. August, habe die Auslastung wieder bei 75 Prozent gelegen, teilte das Unternehmen weiter mit. Mit dem Beginn der Silomaisernte sollen die Anlagen ab Oktober wieder auf dem gewohnten Niveau von 95 Prozent laufen, hofft die Unternehmensführung. Voraussetzung dafür sei, dass „keine neuen negativen Effekte auftreten“.

Bisher nur vorläufige Halbjahreszahlen

Für das 1. Halbjahr 2015/16 (November bis Oktober) gibt KTG Energie vorläufige Zahlen bekannt. Der vorläufige Gesamtumsatz lag demnach bei 48,8 Mio. €, im Vergleich zu 36,6 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Ausbau des Anlagebestands seit dem 30. April 2015 und der „sehr guten Auslastung der Anlagen in den Monaten November 2015 bis April 2016“.

Einmaleffekte belasten Ergebnis

Das vorläufige operative Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzierungskosten und Steuern (Ebitda) belaufe sich auf Basis der aktuellen Zahlen auf 10,7 (Vorjahr: 12,0) Mio. €. Hierin enthalten seien allerdings Einmaleffekte aus einem signifikanten Abbau von Inputstoffen (Silagen). Die Abschreibungen liegen bei etwa 7,2 (5,6) Mio. €. Die Finanzierungsaufwendungen seien von 4,1 auf 5,1 Mio. € angestiegen. Das Ergebnis für die ersten sechs Monate werde durch Einmaleffekte deutlich belastet. „Die aktuell ausgewerteten Informationen lassen Auswirkungen in der Größenordnung von ca. 15 bis 20 Mio. € erwarten“, heißt es in der Mitteilung. Ursache dafür sei die Abwertung finanzieller Vermögenswerte. Darüber hinaus spiele die Bewertung der Inputstoffe und der Gärsubstrate in den Fermentern und im Endlager sowie geleisteter Anzahlungen und Anlagen im Bau eine wichtige Rolle.

Die KTG Energie AG hatte Ende Juli bekannt gegeben, dass der Halbjahresabschluss per 30. April 2016 bis Ende August veröffentlicht werden soll. Jetzt wurde der Termin erneut verschoben, weil die die Insolvenz der Hauptgesellschafterin KTG Agrar SE zu einem massiven Zusatzaufwand geführt habe. Einen neuen Termin für die Veröffentlichung nennt das Unternehmen nicht. (SB)
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