Insolvenzverfahren

KTG-Geschädigte können klagen

Inhaber von Anleihen der insolventen KTG Agrar SE können ihre Ansprüche erst geltend machen, wenn das ordentliche Insolvenzverfahren eröffnet worden ist und Gläubigerversammlungen einberufen sind. Mit der Eröffnung ist nach Informationen der KTG Anfang September zu rechnen.

Die Kanzlei Dr. Greger & Collegen, die Anleihegläubiger vertritt, rät den Geschädigten, sich juristischen Beistand zu suchen. Die Kanzlei berichtet auf Basis ihrer Erfahrungen mit Insolvenzen anderer Mittelständler, dass „empfindliche Verluste des investierten Kapitals bis hin zum Totalverlust“ zu befürchten seien. Die Kanzlei weist außerdem darauf hin, dass Inhaber von Anleihen möglicherweise Schadensersatzansprüche gegen Banken und sonstige Beratungsinstitute geltend machen können.

Berater hätten Vorgeschichte erwähnen müssen

Nach Auffassung der Kanzlei hätte nämlich in den Beratungsgesprächen ungefragt darauf hingewiesen werden müssen, dass der Vorstand der KTG Agrar SE, Siegfried Hofreiter, im September 2002 vom Amtsgericht Dachau in jeweils zwei Fällen wegen Konkursverschleppung und Bankrotts verurteilt wurde. Darüber hinaus gingen nach den Recherchen der Kanzlei zwei weitere Unternehmen, in denen Hofreiter als Geschäftsführer fungierte, in die Insolvenz. „Bei allen vier Unternehmen wurde der Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt“, so der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Dr. Stephan Greger. Er wertet dies als einen „aufklärungspflichtigen Umstand“. Sollte diese Information in Beratungsgesprächen gefehlt haben, könnten Anleihegläubiger auf Schadensersatz in Höhe der vollen Anlagesumme klagen, so Greger. (db)
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