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Das KWS-Kuratorium für Gentechnik in der Pflanzenzüchtung appelliert an das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMVEL), umgehend eigene Untersuchungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen zur Koexistenz verschiedener Anbauformen durchzuführen. Das Kuratorium erinnert daran, dass das BMVEL bereits im November 2004 angekündigt habe, die Praktikabilität des jetzt in Kraft getretenen Gentechnikgesetzes nach spätestens zwei Jahren auf den Prüfstand zu stellen. Dazu sind aus Sicht des KWS-Kuratoriums offizielle Versuche des BMVEL dringend erforderlich. Da der kommerzielle Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen weltweit ins zehnte Jahr gehe, seien Fragen zu potenziellen Risiken dieser Pflanzen für Umwelt und Verbraucher über ein Jahrzehnt lang in umfangreichen Analysen beantwortet worden, meint das Kuratorium. Was in Deutschland fehle, seien "praktikable Rahmenbedingungen zur Koexistenz in der Landwirtschaft, die mit dem nun in Kraft getretenen novellierten Gentechnikgesetz noch nicht gegeben sind."

Die vom BMVEL in diesem Zusammenhang angekündigten Versuche mit gentechnisch verändertem Mais sollten nun aktiv vorangetrieben werden, damit die Ergebnisse in das für 2006 angekündigte neuerliche Gesetzgebungsverfahren und die in Vorbereitung befindliche Verordnung zur "Guten Fachlichen Praxis" einfließen können. Die Planungen einzelner Bundesländer, den 2004 begonnenen Erprobungsanbau fortzusetzen, werden ausdrücklich vom KWS-Kuratorium begrüßt.

Das KWS-Kuratorium Gentechnik in der Pflanzenzüchtung besteht seit 1991, ist nach Informationen der KWS Saat AG, Einbeck, mit unabhängigen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt und berät KWS in Fragen der Grünen Gentechnik. (ED)

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