KWS widerspricht Umweltinstitut


Umweltorganisationen beklagen illegalen Handel mit gentechnisch verändertem Maissaatgut in Polen. Die KWS Saat AG verwehrt sich gegen Vorwürfe. Das Münchner Umweltinstitut - eine gentechnikkritische Nicht-Regierungs-Organisation - berichtet, dass seit vier Jahren etwa 3.000 ha gentechnisch veränderter (GV-)Mais „illegal" in Polen angebaut werde. Jetzt „dränge" die deutsche KWS Saat AG mit GV-Maissaatgut auf den polnischen Markt, so das Umweltinstitut weiter, und das, obwohl der Saatgutverkauf und der kommerzielle Anbau von GV-Sorten in Polen verboten seien.

Dr. Henning von der Ohe von der KWS wehrt sich gegen die Vorwürfe. Gegenüber agrarzeitung.de stellt er klar, dass in Polen zwar der Handel mit GV-Saatgut verboten, der Anbau jedoch bisher erlaubt sei. Deswegen könnten polnische Landwirte GV-Maissaatgut in anderen EU-Ländern erwerben und aussäen. Für sein Unternehmen berichtet von der Ohe, dass auf diesem Wege erworbenes Saatgut der KWS in den vergangenen drei Jahren jeweils auf etwa 90 bis 180 ha in Polen ausgesät worden sei. Für 2012 ist von der Ohe zur Nachfrage nach entsprechenden GV-Sorten in Polen nichts bekannt. In Polen wird zurzeit über ein nationales Anbauverbot für GV-Mais diskutiert. Über die Gesamtanbaufläche von GV-Mais in Polen gibt es keine offizielle Statistik. (db)
stats