Zum 1. Januar wurden die Filialen samt Zentrale, Fleischwerken und Logistik von Edeka übernommen. Bis Ende März werden zudem mehr als 60 der insgesamt rund 400 Märkte von Edeka an Rewe weitergereicht, berichtet lz.net. Die Umstellung vieler Läden soll demanch bis Ende September abgeschlossen sein.

Der Übernahme war eine mehr als zweijährige Auseinandersetzung vorausgegangen. Denn die Pläne von Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub zum Verkauf der Kette ausgerechnet an Marktführer Edeka waren auf Widerstand des Bundeskartellamts gestoßen. Und eine Ausnahmegenehmigung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für den Zusammenschluss wurde vom Düsseldorfer Oberlandesgericht auf Antrag von Edeka-Konkurrenten gestoppt. Erst mühsame Verhandlungen zwischen Edeka und Rewe unter Vermittlung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder machten den Weg zum Zusammenschluss frei und sicherten den rund 15.000 Kaiser's-Tengelmann-Beschäftigten langfristige Arbeitsplatzgarantien.

In einem Interview mit der "Rheinischen Post" kritisierte Kartellamtspräsident Andreas Mundt, dass sich das Marktumfeld im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) nach dem Verkauf von Kaiser's Tengelmann an Edeka "zu Lasten der Verbraucher und Lieferanten weiter verschlechtern wird". Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe kontrollierten 85 Prozent des LEH. Die Beschwerden der Hersteller "über die große Marktmacht würden sicher nicht weniger werden", so Mundt. (az)
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