Kälbermast

Kalbfleisch soll beliebter werden

Das war allerdings nicht immer so. Vor rund 20 Jahren lag der Ruf der Branche am Boden; Kalbfleisch war auf Grund unerlaubter Masthilfsmittel in Verruf geraten. Dann schlossen sich die deutschen Kälbermäster auf freiwilliger Basis in der Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch (KDK) zusammen. 

Kalb oder Rind?
Kalbfleisch hat eine besonders feine Struktur und ist deshalb sehr zart. Außerdem wird es wegen des feinen Aromas, hohen Protein- und geringen Fettgehalts geschätzt. Wird Rindfleisch als Kalbfleisch verkauft, dürfen die Tiere bei der Schlachtung nicht älter als acht Monate sein.
Die KDK erarbeitete ein Kontrollprogramm ergänzend zu den amtlichen Kontrollen, in dem Rückstände dieser Substanzen umgehend auffallen würden. Von Geburt an werden Blut-, Urin und Haarproben entnommen und die Tiere nur zur Schlachtung zugelassen, wenn die Proben einwandfrei sind, so der KDK. Größere Beanstandungen oder Verstöße seien daher in den vergangen Jahren nicht mehr aufgetreten. Seit etwa zehn Jahren ist sowohl die Zahl der Kälberschlachtungen als auch der Verbrauch stabil, meldet die KDK und möchte die Vorzüge von Kalbfleisch zukünftig noch deutlicher herausstellen.

Zertifikation in Zahlen

Eine lückenlose Rückverfolgbarkeit sei möglich, da die Kälber in Deutschland geboren, aufgezogen, gemästet und geschlachtet würden, verspricht die Gemeinschaft. Neben der Rückstandskontrolle seien die Haltungs- und Fütterungsbedingungen verbessert worden. Die Mitgliedsbetriebe der KDK liegen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. In Niedersachsen machen 60 Landwirte mit 160 Ställen bei der Gemeinschaft mit, in Nordrhein-Westfalen sind insgesamt 180 Ställe zertifiziert. Der Kontrollgemeinschaft gehören deutschlandweit derzeit 130 Betriebe mit 360 Ställen an. Ihr Anteil an der deutschen Kalbfleischerzeugung beträgt laut KDK damit etwa 80 Prozent. Drei zertifizierte Schlachthöfe vermarkten jährlich 280.000 Kälber.

Für genauere Auskünfte über Haltungsbedingungen und Herkunft der Tiere verweist die KDK auf die Metzger. Sie haben demnach die Möglichkeit, das Produkt bis zum Landwirt zurückzuverfolgen. Die KDK stellt zudem auf ihrer Homepage einige Landwirte vor, die die Kälber aufziehen. Zudem beantwortet die Gemeinschaft Fragen rund um die Haltung, Fütterung und das Produkt Kalbfleisch auf ihrer Internetseite. (mrs)
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