Demonstration

Kali-Bergleute bangen um Jobs

Die Entsorgung von Salzabwässern an den K+S-Verbundwerken in der Region Philippsthal, Unterbreizbach und Heringen ist immer noch nicht gelöst. Die Genehmigung für die Salzwassereinleitung steht weiter aus. Auf Grund begrenzter Entsorgungsmöglichkeiten hat sich die Situation des Werks Werra in den trockenen Sommermonaten weiter zugespitzt. Seit April 2016 sind bis zu 1.000 der insgesamt 4.400 Beschäftigten immer wieder in Kurzarbeit.

Die Kaliarbeiter in der Region fürchten um ihren Arbeitsplatz. Der Betriebsrat des Werks Werra und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat deshalb für heute Nachmittag zu einer Menschenkette durch die Region aufgerufen. Erwartet werden mehr als 10.000 Demonstranten. Die Betriebsräte aller anderen deutschen Standorte von K+S haben sich dem Aufruf angeschlossen. „Es ist fünf vor zwölf für uns“, betont Harald Döll, Vorsitzender des Betriebsrats im Werk Werra und des K+S-Gesamtbetriebsrats.

Die Sorge um die Arbeitsplätze ist auch bei Ministerpräsident Bodo Ramelow groß. Er will an der Menschenkette „Hand in Hand für die Kaliindustrie im Werratal“ teilnehmen. Ramelow wird gegen 14.00 Uhr am Standort Hattorf (Philippsthal) eintreffen. Von dort fährt er gegen 14.30 Uhr zum Standort Unterbreizbach (Schacht 1, Schachtstraße), um sich in die Menschenkette einzureihen.

Die Zukunft der Region wird davon abhängen, ob alle Verantwortlichen ein Konzept entwerfen, wie einerseits die Produktion gesichert wird, solange Rohstoffe ausreichend vorhanden sind, und wie die Altreviere so abgedichtet werden, dass sie zu keiner Gefahr werden. Wir müssen andererseits daran denken, dass auch das Grundwasser nicht belastet werden darf. Es müsse gelingen, die Arbeitsplätze im Kalirevier – und das sind nicht nur die Arbeitsplätze der Bergleute – zu sichern, sagte Ramelow. (da)
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