Unruhe am Markt

Kalivertrieb bricht auseinander


In der Moskauer Zentrale ist der Geduldsfaden gerissen.
-- , Foto: Uralkali
In der Moskauer Zentrale ist der Geduldsfaden gerissen.

Der russische Düngemittelkonzern Uralkali hat am Dienstag bekannt gegeben, dass er über seine Handelsgesellschaft Uralkali Trading ab sofort Düngemittel direkt nach China verkauft.

Vorausgegangen war zum Wochenanfang der Stopp der Vertriebsvereinbarungen mit der Belarusian Potash Company (BPC). Über diese Gruppe hatte Uralkali bisher seine Exporte abgewickelt.

Gewichte am Kalimarkt
Der russische Düngemittelanbieter Uralkali und der weißrussische Anbieter Belaruskali haben bisher gemeinsam über die Belarusian Potash Company (BPC) vermarktet. Wettbewerber am Weltmarkt ist die nordamerikanische Canpotex, die Exportmengen der kanadischen Produzenten Potash Corp. (PCS), Mosaic und Agrium bündelt. Beide Anbieterblöcke waren bisher etwa gleich stark und haben jeweils ein knappes Drittel zur Weltmarktversorgung beigetragen. Davon getrennt agiert als dritte Kraft die deutsche K+S Aktiengesellschaft. (db)
Wladislaw Baumgertner, Vorstandsvorsitzender von Uralkali, äußerte in einem Statement sein Bedauern über das Ende der Kooperation. Er beschuldigt die weißrussische Seite, das Abkommen wiederholt seit Ende 2012 verletzt zu haben. Danach sollte die BPC exklusiver Vermarkter von Belaruskali sein. Doch Belaruskali habe an BPC vorbei Kali auf dem Weltmarkt verkauft, sagt Baumgertner.

Hintergrund ist, dass die Nachfrage am globalen Kalimarkt nicht so deutlich Fahrt aufnimmt wie ursprünglich prognostiziert. Entscheidender Faktor ist China. Alle internationalen Kalianbieter berichten von Abschlüssen, aber zu gedrückten Preisen.

Uralkali geht laut einem Sprecher davon aus, dass sich der Wettbewerb im Kalimarkt erhöhen wird und der Kalipreis bis Ende 2013 auf weniger als 300 US-$/t sinken könnte. Mitte Juli hat der Weltmarktpreis bei rund 400 US-$/t gelegen. Diese Aussage hat in dieser Woche auf die Aktienkurse von Kalianbietern gedrückt, spürbar auch bei der K+S Aktiengesellschaft in Kassel. (db)
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