Kalkulation von Mühlen kommt durcheinander


Steigende Weizenkurse veranlassen Mühlen, höhere Preise für Mehl zu verlangen. Schmachtkörner bei Weizen führen zu einer geringeren Mengenausbeute. Für den Verband Deutscher Mühlen (VDM), Bonn, ist ein Mengenrückgang der Getreideernte im zweistelligen Prozentbereich in dieser Ernte sicher. Nach Trockenheit und Hitze werde in vielen Regionen kleinkörniges Getreide geerntet, heißt es in einer Mitteilung des VDM. Der hohe Anteil von Schmachtkorn in Weizen und Roggen führe zu geringeren Mehlmengen und deutlichen Kostensteigerungen für die Mühlen. Die Preissprünge nach oben bei Weizen treffe die Mühlen in Deutschland besonders hart. Denn die Kalkulation der Mehlpreise sei im Frühjahr auf Basis moderater Getreidepreise in der Ernte erfolgt. Das teilweise in Kontrakten vereinbarte Getreidepreisniveau werde heute bereits um 50 Prozent überschritten, so der VDM.

Da das Getreide in der Mühlenkalkulation rund 80 Prozent der Gesamtkosten ausmache, könnten die derzeit steigenden  Weizen- und Roggennotierungen nicht ohne Auswirkungen auf die Mehlpreise bleiben. Einige Mühlenbetriebe hätten Preiserhöhungen für Mehl bereits angekündigt. Dennoch betont der Mühlenverband, dass die aktuell hohen Getreidepreise den Verbraucher kaum belasteten. Der Anteil von Mehl in Backwaren sei gering im Verhältnis zu den Energie- und Personalkosten. (da) 
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