Kanadische Rapsanbauer hoffen auf EU-Markt

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Nach der Ernte 2009 erhoffen sich kanadische Rapsanbauer Absatz in der EU. Der Markt ist jetzt prinzipiell zugänglich, weil die EU-Kommission im März grünes Licht für eine gentechnisch veränderte Rapssorte für den Vertrieb gegeben hat. Kanada konnte wegen dieser fehlenden Zulassung über Jahre keinen Raps mehr in die EU liefern. Theoretisch könnte kanadischer Raps bereits in der laufenden Saison 2008/09 in der EU vermarktet werden. Dies hält der Branchendienst Oil World jedoch für eher unwahrscheinlich. Denn die EU ist aus eigener Ernte schon sehr gut versorgt und importiert zusätzlich im Wirtschaftsjahr 2008/09 hohe Mengen Raps. Die Importe könnten sich auf mehr als 3 Mio. t summieren, schätzt Oil World. Sie stammen überwiegend aus der Ukraine, wo 2008 eine Rekordernte an Raps eingebracht worden ist. Weiterer traditionelles Lieferland ist seit dem Wegfall Kanadas Australien.

Vorerst gibt es in der EU wenig Platz für kanadischen Raps. Anders könnte es im neuen Wirtschaftsjahr 2009/10 aussehen, denn in der Ukraine wird sicher nicht mehr so viel Raps geerntet werden wie im Vorjahr. Dafür steht in Kanada aus heutiger Sicht erneut eine umfangreiche Rapsernte in Aussicht. Außerdem wird das Land wie die EU mit hohen Vorräten in die neue Saison starten. Auch langfristig setzt das nordamerikanische Land auf Raps. Die Rekordernte 2008 von mehr als 12,6 Mio. t soll kein Einzelergebnis bleiben. Für das Jahr 2015 visiert der kanadische Rapsverband CCC eine Erzeugung in der Größenordung von 15 Mio. t an. Diese Zielmarke hat der Verband anlässlich seiner Jahrestagung in der vergangenen Woche in Toronto verkündet. (db)

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