Schifffahrt

Kanäle sind gesperrt

Nach dem monatelangen Niedrigwasser legt nun der kalte Winter die Kanäle lahm. Seit Montag kann die wichtige Verbindunglinie Rhein-Main-Donau-Kanal nicht mehr wegen Eisschollen befahren werden. Bisher waren drei Eisbrecher im Einsatz. Da für die ganze Woche Frost gemeldet ist, gibt es zunächst von der Schifffahrtsverwaltung Nürnberg keine Entwarnung. Ein Schiff habe wegen der Eismassen bereits in einen Hafen geschleppt werden müssen.

Im Bereich des Mains können derzeit Eisbrecher noch die Fahrrinne freihalten. Da es auch weiterhin nachts zweistellige Minusgrade geben wird, könnte die Schifffahrt auf dem Main – durch Eisbildung – noch in dieser Woche vollständig zum Erliegen kommen. Kritisch wird die Situation bereits im Raum Haßfurt.

Auch um Berlin sind die Kanäle gesperrt. Der Mittellandkanal ist zwar noch befahrbar und auch der Elbe-Seitenkanal. Doch sind die Verbindungen nur eingeschränkt möglich.

Für den Agrarhandel und die Verarbeitungsbetriebe am Rhein sowie Düngemittelhersteller werden die Frachtkosten immer höher. Denn die vereisten Kanäle behindern die Schifffahrt erheblich. Hinzu kommt die Niedrigwassersituation auf Rhein und Donau. Kleinwasserzuschläge werden seit September erhoben. Der Kauber Pegel am Rhein steht bei 60 cm. Cif-Lieferungen müssen die Verarbeitungsbetriebe tragen. Der Agrarhandel hingegen muss für die hohe Fracht aufkommen, wenn fob-Vereinbarungen getroffen wurden. Da die normalen Schiffskapazitäten gar nicht mehr beladen werden können, muss die Ware auf mehrere kleinere Schiffe verteilt werden. Seit September dauert die Niedrigwassersituation bereits an. (da)
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