Rekord

Kartellamt kassiert Bußgelder wie nie


Das Bundeskartellamt hat im Jahr 2014 in neun Fällen rund 1,01 Mrd. € an Bußgeldern verhängt und damit mehr als jemals zuvor. Sie wurden gegen insgesamt 67 Unternehmen und 80 Privatpersonen verhängt. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 wurden Bußgelder in Höhe von rund 240 Mio. € verhängt. Die bisher höchste Summe lag laut Bundeskartellamt 2003 bei knapp mehr als 700 Mio. €.

„2014 war im Hinblick auf verhängte Bußgelder ein Ausnahmejahr. Wir haben mit den Verfahren gegen Zuckerhersteller, Bier-Brauereien und Wursthersteller drei große, lang laufende Untersuchungen zu Ende gebracht. Wir gehen davon aus, dass wir mit den Bußgeldern eine ausreichend hohe abschreckende Wirkung erzielen. In den Unternehmen ist das Bewusstsein für die Kartellrechtsproblematik stark gestiegen", lautet das Fazit von Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts.

Rund 1.200 Zusammenschlussvorhaben wurden 2014 in seiner Behörde angemeldet. 22 Fälle wurden dabei in einem Hauptprüfverfahren vertieft geprüft. Hiervon wurde ein Fall untersagt, weitere sieben Vorhaben wurden von den Unternehmen selbst zurückgenommen. Ein Fall wurde unter Auflagen freigeben, acht Fälle ohne Auflagen. Fünf Fälle werden derzeit noch geprüft.

Das Bundeskartellamt hat im zu Ende gehenden Jahr mit einer Sektoruntersuchung zum Lebensmitteleinzelhandel (LEH) intensiv die Wettbewerbsverhältnisse ermittelt, die zwischen den LEH-Konzernen und ihren Lieferanten bestehen. Die Studie belegt eine hoch konzentrierte Marktstruktur im LEH.

Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit den Lidl-Märkten und Kaufland würden für rund 85 Prozent des Markts stehen. Mit einer „komplexen ökonometrischen Untersuchung der Verhandlungsergebnisse zwischen Handel und Herstellern" konnte aufgezeigt werden, wie die großen Handelsunternehmen ihre Strukturvorteile nutzten. (Sz)
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