Getreide AG

Kartellamt stimmt Übernahme teilweise zu


Das Bundeskartellamt hat den Übernahmeplänen der Agravis Raiffeisen AG, Münster/Hannover, und ihres dänischen Kooperationspartners Danish Agro a.m.b.a., Karise (Dänemark) zum größten Teil zugestimmt: Der Saatgut- und Futtermittelhersteller Rendsburg, Teil der Getreide AG, geht in das Gemeinschaftsunternehmen "Dava Agravis Germany Holding" über. Ebenso können weite Teile des Agrarhandelsgeschäfts der Getreide AG übernommen werden.

Bei neun Standorten äußerte das Bundeskartellamt jedoch wettbewerbliche Bedenken. In den Gebieten um Magdeburg, Gransee, Parchim und Brandenburg a.d. Havel hätte der Zusammenschluss nach Auffassung der Bonner Behörde zu erheblichen Behinderungen des Wettbewerbs geführt. Die betreffenden Standorte würden ab 1. Juni 2015 unter der Ceravis AG als eigenständige Holding geführt, teilte Agravis bereits vor kurzem auf der Hauptversammlung mit.  

Die Zusammenschlussbeteiligten haben sich bereits auf den Einspruch des Kartellamts vorbereitet und ihr ursprüngliches Vorhaben umstrukturiert. Dazu hatten sie die in diesem Gebiet tätige Tochtergesellschaft der Getreide AG, Landhandel GmbH Gransee, aus dem Zusammenschlussvorhaben herausgenommen. Damit verbleiben die Standorte Fehrbellin, Glöwen, Gransee, Pritzwalk, Alt Ruppin, Altlüdersdorf und Neuhof sowie zusätzlich die Standorte Parchim und Magdeburg bei der Getreide AG, die diese weiterbetreiben möchte.

Vor allem bei der Erfassung von Getreide und von Ölsaaten wäre laut Kartellamt eine marktbeherrschende Stellung entstanden oder verstärkt worden. Auch beim Absatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wären teilweise marktbeherrschende Stellungen entstanden.

In Magdeburg sowie Brandenburg a.d. Havel hat das Bundeskartellamt überhaupt keine Verstärkung der Marktstellung von Agravis zugelassen, in Parchim und Gransee nur in begrenztem Umfang.

Nach den ursprünglichen Übernahme-Plänen sollten mehr als 70 Agrarhandelsstandorte der Getreide AG in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen, verschiedene Produktionsstätten sowie das Hafenterminal der Getreide AG in Rostock erworben werden. An diesen Standorten wurden von der Getreide AG Umsätze von etwa 1 Mrd. € erwirtschaftet. Nun gehen wieder rund 100 Mio. € Umsatz an die Getreide AG zurück. (da)
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