Tengelmann-Verkauf

Kartellamt zeigt deutliche Vorbehalte


In puncto Tengelmann-Übernahme sieht das Bundeskartellamt den Wettbewerb erheblich behindert. „Wir haben den Parteien heute unsere wettbewerblichen Bedenken mitgeteilt. Die Unternehmen haben jetzt Gelegenheit hierzu Stellung zu nehmen und gegebenenfalls Vorschläge für Auflagen oder Zusagen zu unterbreiten", teilte das Kartellamt heute mit.

So würde in der Beschaffung insbesondere von Markenartikeln der Vorsprung der "Spitzengruppe" aus Edeka, Rewe und der Schwarz-Gruppe mit Kaufland und Lidl gegenüber Wettbewerbern wachsen, schreibt das Kartellamt. Denn den Herstellern würde nach einer Übernahme der Tengelmann-Märkte durch Edeka eine Absatzalternative wegbrechen. Auch würden sich in einigen Ballungsgebieten Deutschlands die ohnehin schon konzentrierten Marktstrukturen weiter verdichten.

Laut LZnet begründet die Wettbewerbsbehörde auf rund 250 Seiten, warum die geplante Übernahme den Wettbewerb im Lebensmittelhandel signifikant beeinträchtigen würde. Eine Verhandlungslösung, mit der Auflage, Kaiser's-Tengelmann-Filialen an Konkurrenten abzugeben, könnte daher schwierig werden. Die Unternehmen haben nun rund zwei Wochen Zeit, eine Stellungnahme zum Entscheidungsentwurf des Bundeskartellamts Stellung abzugeben.

Gegen eine Entscheidung des Kartellamts stehe Edeka der Rechtsweg zum Oberlandesgericht Düsseldorf bis hin zum Bundesgerichtshof offen. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) könnte den Zusammenschluss per Ministerentscheid genehmigen und damit das Votum des Kartellamts überstimmen, so LZnet. (Sz)
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