Das Bundeskartellamt stoppt die geplante Übernahme des Schlachthofes Tummel durch Tönnies. Der Wettbewerb am Sauenmarkt würde zu sehr eingeschränkt. Die Tönnies-Gruppe, Rheda-Wiedenbrück, dominiere die Wertschöpfungskette der Sauenschlachtung und -verarbeitung in Deutschland, heißt es in der Begründung, mit der heute die Übernahmepläne untersagt worden sind.

Die marktbeherrschende Stellung am Sauenmarkt, die Tönnies einnimmt, würde sich durch eine Mehrheitsbeteiligung am Schlachthof Tummel im westfälischen Schöppingen noch verstärken, argumentiert das Bundeskartellamt. Die Mengenzuwächse in einer Größenordnung von 10 bis 15 Prozent würden die Verhaltensspielräume von Tönnies zusätzlich erweitern. Hierzu gehörten auch die Mengen, die Tummel derzeit für Westfleisch im Lohnverfahren schlachtet. 

Auch das von Tönnies vorgeschlagene Angebot, die Lohnschlachtungen für Westfleisch und andere Kunden weiterzuführen, lehnte das Bundeskartellamt ab. Auch auf die Sauenschlachtung am Standort  von Tummel wollte Tönnies bei einer Übernahme vorübergehend verzichten. Doch konnten diese Vorschläge die wettbewerblichen Bedenken nicht beseitigen, so das Bundeskartellamt. (az)
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