Kartoffeln im Trockenstress


Die Hitze macht in diesem Jahr den Kartoffeln besonders zu schaffen. Denn sie sind nach dem kalten und nassen Frühjahr bereits ungünstig gestartet. „Die Situation ist in diesem Jahr vielerorts noch bedrückender als in den Trockenjahren 2003 und 2006", kommentiert Martin Umhau. Der sächsische Landwirt spricht aus eigener Erfahrung, aber auch in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (Unika), die Informationen aus allen deutschen Anbaugebieten zusammenträgt.

Umhau begründet die außergewöhnlichen Schwierigkeiten damit, dass die nasskalten Böden den Knollen bereits im Frühjahr ungünstige Startbedingungen bereitet haben. Jetzt kommt der Trockenstress hinzu, der die Kartoffeln häufig noch vor dem Reihenschluss getroffen hat. Wer beregnen kann, sichert nach Einschätzung Umhaus den Kartoffeln gerade das Überleben.

Umhau berichtet von einer Umfrage unter den Erzeugergemeinschaften, nach der Ertragsausfälle in der Größenordnung zwischen 10 und 30 Prozent kalkuliert werden müssen. Außerdem ist kaum mit Übergrößen zu rechnen. Erzeugergemeinschaften haben sich nach Umhaus Angaben mit Verarbeitern bereits über kleinere Sortiermaße verständigt. (db)
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