Die Ausweitung der Anbaufläche in den fünf wichtigsten Kartoffelanbauländern im Nordwesten Europas führt nicht zu einer größeren Erntemenge. Zu diesem Ergebnis kommt die erste Ernteschätzung für diese Saison, die von der Vereinigung der Nordwesteuropäischen Kartoffelerzeuger (NEPG) vorgenommen wurde. Demnach kommen in diesem Jahr 24,9 Mio. t Konsumkartoffeln in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden zusammen. Das sind 1,6 Prozent weniger als die 25,3 Mio. t aus dem vorigen Jahr.

Die um 4,8 Prozent ausgeweitete Fläche kommt hier nicht zum Tragen. Weil die Verarbeitungskapazitäten zugleich ausgebaut wurden, wird das Angebot die Nachfrage kaum decken können. Mit weiterhin festen Preisen am Markt für freie Ware zu rechnen. Bislang fällt die laufende Saison auch durch starke zeitliche Verzögerungen im Erntefortschritt auf.

Die Erträge über Europa aus den Proberodungen werden als sehr uneinheitlich beschrieben – sowohl zwischen den Regionen als auch zwischen den Sorten. Die NEPG-Experten kalkulieren aktuell mit einem Durchschnittsertrag von 45,1 t/ha. Sie weisen darauf hin, dass die Erzeuger in diesem Jahr rund 300 €/ha höhere Produktionskosten hatten für die aufwendige Kontrolle von Phytophthora. Außerdem werde die Differenz zwischen Bruttoertrag und vermarktbarer Ware deutlich höher liegen als in andere Jahren. Die Rodungen haben Knollenschäden, Zwiewuchs und andere Mängel zu Tage gefördert. Vertragserzeuger könnten aus diesem Grund in diesem Jahr sogar Probleme haben, ihre Kontrakte zu erfüllen.

Verglichen mit dem Fünf-Jahres-Durchschnitt ist die Kartoffelanbaufläche um 3,4 Prozent größer, die Erntemenge aber um 2,2 Prozent kleiner. (brs)
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