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Der Verband europäischer Stärkekartoffelerzeuger Cespu hält eine Übergangsfrist für notwendig, bis die Kartoffelstärkeherstellung zu einem weitgehend freien Markt gelingen könnte. Für die Jahre 2009/10 und 2010/11 hält der Verband ein Fortbestehen der Produktionsquoten für Kartoffelstärke für notwendig sowie die vollständige Kopplung der Zahlungen. In den Jahren 2011/12 und 2012/13 sei dann ein Wegfallen der Quote sinnvoll sowie die Überführung von zunächst 40 Prozent der Zahlungen in Flächenprämien. Zudem fordert Cespu, dass die bis dahin an die Fabriken geleisteten Verarbeitungsprämien den Landwirten zukommen. Cespu begründet die verlängerte Schonfrist für die Kartoffelstärke damit, dass sich der Kartoffelanbau inklusive der Pflanzgutproduktion nur allmählich entwickeln können.

Die Erzeugung von Stärkekartoffeln und die Produktion von Kartoffelstärke muss langfristig ohne eine spezielle Förderung auskommen, damit sie den Anforderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik genügt. Darauf wollen sich die europäischen Stärkekartoffelproduzenten einstellen, die auf europäischer Ebene vom Verband Cespu vertreten werden. Lediglich die französischen Kartoffelproduzenten konnten sich dem Vorschlag nicht anschließen.

Durch das von Cespu entworfene Ausstiegsszenario sollen die Erzeuger und Verarbeiter Zeit gewinnen, sich auf die verändernden Märkte einzustellen. Für die Landwirte bedeutet dies eine weitere Optimierung der Produktion. Die Hersteller von Kartoffelstärke sollen neben dem Stärkemarkt auch die Märkte für Nebenprodukte entwickeln. Allerdings fürchtet der Verband dennoch Marktverwerfungen und wünscht sich, dass die politischen Rahmenbedingungen vorläufig für Kontinuität sorgen. In besonders strukturschwachen Regionen könnte dauerhaft eine an die Produktion gekoppelte Hilfe notwendig sein. (brs)

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