Kartoffelverarbeiter warnen vor Biogas


In Südoldenburg macht das Kartoffelverarbeitungsunternehmen Wernsing mobil gegen Biogasanlagen in der Region. Es fordert die Abschaffung des Nawaro-Bonus. Die Wernsing Feinkost GmbH, Essen (Oldenburg), ist ein Familienunternehmen im Oldenburger Münsterland mit einem Jahresumsatz von etwa 700 Mio. €. Es beschäftigt 2.600 Mitarbeiter. Ein wichtiger Zweig ist die Kartoffelverarbeitung aus etwa 550.000 t Rohware. Bereits Anfang Juni hat Stefan Wernsing, Mitglied der Geschäftsführung, in einem Schreiben an Bundesumweltminister Norbert Röttgen Alarm geschlagen. Er beklagt massive Preissteigerungen im Kartoffeleinkauf, die er auf die Förderpolitik für Biogas und insbesondere auf den Nawaro-Bonus zurückführt. Wernsing warnt, dass bei unveränderter Politik in seinem Unternehmen Arbeitsplätze verloren gehen.

Zunehmend wird nach Beobachtung von Wernsing Mais angebaut, der anderen Kulturen dringend benötigte Ackerflächen entziehe. Das geschehe nicht im fairen Wettbewerb, sondern durch staatliche Eingriffe. „Wir bitten Sie, die Überförderung sofort zu stoppen, da wir mittlerweile unhaltbare Zustände in der Region haben", hat Wernsing Anfang Juni an den Bundesumweltminister appelliert. Da er seither keine Antwort erhalten hat, lädt Wernsing am kommenden Montag mit anderen kartoffelverarbeitenden Unternehmen der Region zu einem Pressetermin ein, um über die Medien mehr Öffentlichkeit für sein Anliegen zu erhalten. (db)
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