Kartoffeln als effiziente Speicherpflanzen von Stärke könnten sich auch  als Substrat für Biogasanlagen eignen. An den passenden Sorten arbeiten jetzt mehrere Forschungsinstitute gemeinsam. Um das Potenzial von Stärkekartoffeln zu verbessern sollen sie vor allem robust sein gegen die Kraut- und Knollenfäule Phytophthora infestans. Dafür werden am Julius-Kühn-Institut (JKI) in Groß Lüsewitz aktuelle Sortenzuchtstämme mit Kartoffelklonen des JKI gekreuzt, die eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen den Erreger aufweisen. Das gleiche geschieht mit stärkereichen Landsorten aus der Genbank des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben.

Stärkereiche Kartoffeln könnten Maisfruchtfolgen für die Biogaserzeugung auflockern. Zudem ist die Kartoffel gerade auf weniger guten Standorten dem Mais und der Zuckerrübe als Energiespeicher überlegen. Mit einer höheren Krankheitsresistenz könnte der Kartoffelanbau für Biogas weiter an Wirtschaftlichkeit gewinnen, zumal dann die Genusstauglichkeit der Sorten in den Hintergrund tritt. Die Forschungsbemühungen werden als dreijähriges Projekt von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe gefördert. (brs)
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