Kasachstan setzt auf westliche Technologie


Kasachstan möchte Mähdrescher ohne Strafzölle importieren. Weitere Maßnahmen sind geplant, um die Getreideproduktion anzukurbeln.

In Kasachstan ist 2012 wegen Trockenheit nur die Hälfte der Vorjahresernte gedroschen worden. Damit die diesjährige Getreideernte wieder üppiger ausfällt, will das Agrarministerium in Astana Hilfe leisten. Nach einem Bericht des Büros des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA in der kasachischen Hauptstadt sind erhebliche Subventionen zur Frühjahrsbestellung geplant.

Insgesamt umgerechnet 127 Mio. US-$ sollen allein für den Kauf von Herbiziden bereitgestellt werden. Im Vorjahr war es nur ein Bruchteil dieses Betrages. Nach Informationen des USDA-Büros erhalten Landwirte im Frühjahr 2013 Zuschüsse bis zu 50 Prozent für den Kauf einheimischer Produkte. Bevorzugen sie importierte Pflanzenschutzmittel, zahlt der Staat 30 Prozent der Kosten.

Außerdem hat das Agrarministerium in der Administration der Zollunion einen Antrag gestellt, dass Ausnahmen für den Zoll von 32,5 Prozent auf importierte Mähdrescher gelten sollen. Nach Angaben des USDA-Büros möchte Kasachstan 200 Mähdrescher bis Juli zollfrei einführen. Diese Zahl soll etwa dem Umfang der jährlich importierten Maschinen der Vorjahre entsprechen.

Seit Ende Januar gilt - begrenzt bis Juli 2013 - in der Zollunion ein Strafzoll für Erntetechnik von 27,5 Prozent. Er wird addiert zu dem Normalzoll von 5 Prozent. Zur Zollunion gehören Kasachstan, Russland und Weißrussland. Der Strafzoll ist Anfang Januar auf Initiative der Regierung in Moskau für die gesamte Zollunion beschlossen worden. Russische Hersteller hatten sich über zunehmenden Wettbewerb von importierten Maschinen beschwert. Gegen diesen Zoll haben deutsche Agrartechnikhersteller während der Grünen Woche in Berlin protestiert. (db)
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