Kasachstan will exportieren


In Kasachstan erwartet das Agrarministerium geringere Ernteausfälle als in Russland. Deswegen will sich die Regierung vorerst dem Exportstopp nicht anschließen. Ein Sprecher des Ministeriums hält die Getreideversorgung in Kasachstan für ausreichend, berichtet die Nachrichtenagentur AKP-Inform. Er reagiert damit auf die Forderung aus Moskau, sich dem Exportverbot für Getreide anzuschließen. Bei Verhängung eines Exportstopps sei zu befürchten, dass die Getreideexporteure gerade eroberte Märkte verlieren würden, argumentiert der Ministeriumssprecher. Das Agrarministerium rechnet mittlerweile sogar damit, dass die kasachische Ernteprognose demnächst erhöht wird. Die aktuelle Ernteschätzung von 13,5 Mio. t könnte zu pessimistisch sein und auf 15,1 Mio. t steigen. Wenn sich dieses Ergebnis bestätigt, gäbe es keinen Grund, die Getreideexporte zu begrenzen, betont der Ministeriumssprecher.

Kasachstan muss - wie Weißrussland - zumindest formal auf die russische Exportpolitik reagieren. Die drei Staaten bilden seit Jahresbeginn eine Zollunion, die im Juli 2010 auch vollzogen worden ist. Allerdings existieren lange Übergangsfristen, insbesondere auch für die Harmonisierung des Außenhandels mit Agrarerzeugnissen. Bislang richtete sich die Aufmerksamkeit stärker auf die unterschiedlichen Importzölle, etwa für Fleisch. (db)
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