Die Klagen häufen sich: Immer mehr Verarbeiter fordern von Zuckerherstellern Schadensersatz.
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Die Klagen häufen sich: Immer mehr Verarbeiter fordern von Zuckerherstellern Schadensersatz.

Verarbeiter von Industriezucker verklagen die deutschen Zuckerunternehmen auf Schadensersatz. Das Bundeskartellamt hat wegen jahrelanger Preisabsprachen ein Kartellverfahren gegen Nordzucker, Südzucker und Pfeifer&Langen eröffnet. Nun wollen die Kunden Geld zurück, da durch die Preisabsprachen die Zuckerpreise künstlich hoch gehalten wurden.

Am Freitag kommt es zur Verhandlung von Kajtes und Südzucker. Der Süßwarenhersteller fordert einen Schadensersatz von 37 Mio. €. Im Jahr 2015 standen Südzucker und Vivil vor Gericht. Die Verhandlung wurde vertagt, da Vivil mehr Zeit benötigte, um die notwendigen Beweisunterlagen zusammenzustellen.

Die Verteidigung der Zuckerunternehmen beruht darauf, dass nicht die Verarbeiter von Zucker, sondern die Verbraucher einen möglichen Schaden gehabt hätten. In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Anklagen enorm zugenommen, weil die Verjährungsfrist in Kürze endet. Nach Informationen des Handelsblatts haben 31 Unternehmen Klage in Deutschland eingereicht. 21 Kläger gibt es in Mannheim und drei in Köln.

Die Zuckerunternehmen bestreiten die Vorwürfe der Verarbeiter. Nordzucker hat sich nach Informationen von agrarzeitung.de schon mit einigen Abnehmern außergerichtlich einigen können. Dabei handelt es sich vor allem um mittelständische Unternehmen. Vor dem Landgericht Hannover sind sieben Klagen gegen Nordzucker mit Sitz in Braunschweig eingereicht worden. (az)

az-Redakteurin Daphne Huber-Wagner wird am Freitag von der Verhandlung auf agrarzeitung.de berichten.
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