Kaufkraft soll Direktzahlungen mitbestimmen


Die Diskussion über die künftige Verteilung von EU-Direktzahlungen in den 27 EU-Ländern gewinnt Fahrt. Eine neue Variante ist die Bindung an die Kaufkraft in den Mitgliedstaaten. Reformpläne der Gemeinsamen Agrarpolitik nach dem Jahr 2013 drehen sich zunehmend um die Direktzahlungen. Im Jahr 2008 haben sie nach einer Aufstellung der EU-Kommission in der weiten Spanne von 590 €/ha in Griechenland bis zu 31 €/ha in Rumänien gelegen. Deutschland hat sich mit 325 €/ha im oberen Mittelfeld befunden. Diese großen Unterschiede lassen sich auf Dauer nicht aufrecht erhalten. Doch eine einheitliche Rate, auch als „Flatrate" in der Diskussion, findet wenig Liebhaber.

Vor Ostern ist im Europäischen Parlament ein Vorschlag bekannt geworden, der eine neue Variante ins Spiel bringt: die Koppelung der Zahlungen an die Kaufkraft in den Mitgliedsländern. Auch hier gibt es eine weite Spanne, wie Zahlen der europäischen Statistik für 2008 zeigen. Luxemburg weist für seine Einwohner eine Kaufkraft auf, die um den Faktor 2,8 höher liegt als im Durchschnitt der 27 EU-Länder. Deutschland befindet sich etwas oberhalb des EU-Durchschnitts. Die meisten osteuropäischen Länder verfügen dagegen über eine deutlich geringere Kaufkraft. Das Schlusslicht bildet Bulgarien mit nur 41 Prozent der durchschnittlichen Kaufkraft in der EU-27. (db)
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