Kein Freihandelsabkommen zwischen EU und Mercosur


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Der letzte Versuch, noch vor Ende Oktober ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Ländern abzuschließen, ist gescheitert. Nach einer sechsstündigen Sitzung am Mittwochabend in Lissabon, an dem für die EU der derzeitige Agrarkommissar Franz Fischler und Handelskommissar Pascal Lamy teilnahmen, gab man auf. Es sei in Lissabon kein neues Verhandlungsangebot mehr auf den Tisch gekommen, hieß es. Stattdessen wurden nur noch einmal mögliche Spielräume beim beiderseitigen Marktzugang ausgelotet. Die Unzufriedenheit blieb danach auf beiden Seiten bestehen. Die südamerikanischen Länder fordern einen Marktzugang bei Rindfleisch und beim Geflügel, der über die von der EU angebotenen Einfuhrquoten hinausgeht. Die EU sah sich in Lissabon dagegen keineswegs zu weiteren Zugeständnissen veranlasst, da nach ihrer Auffassung die Mercosur-Länder bei den Dienstleistungen, den Industrieprodukten und dem öffentlichen Auftragswesen weiterhin mauern. Um nicht alles im Sande verlaufen zu lassen, wurde nach dem gescheiterten Treffen in Lissabon überlegt wie es weitergehen könnte. Für das erste Quartal 2005 wurde ein neues Ministertreffen zwischen den beiden Blöcken anberaumt. Dieser Termin müsste von der neuen EU-Kommission wahrgenommen werden. Der Wille zum Abschluss einer Freihandelszone sei weiterhin vorhanden, tröstete man sich schließlich in Lissabon.(Mö)
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