Wenn es nur so einfach wäre: die 1,8 Mio. t Palmöl, die hierzulande jedes Jahr verbraucht werden, durch heimische oder zumindest alternative Öle zu ersetzen. Der WWF hat diese Möglichkeiten untersucht und kommt zu dem Ergebnis: Das ist vorerst nicht machbar. Die Anbauflächen müssten um ein Vielfaches gesteigert werden, die Treibhausgasemissionen würden ansteigen, die Biodiversität noch stärker eingeschränkt werden, als sie es durch die Palmölplantagen wird.

Als Alternativen zum Palmöl wurden Soja-, Raps-, Sonnenblumenkern- und Kokosnussöl berücksichtigt. Würde komplett auf Palmöl verzichtet, könnte die Anbaufläche um etwa 390000 ha zurückgehen. Der Mehrverbrauch für den Anbau der alternativen Kulturen würde sich aber auf ganze 1,954 Mio. ha belaufen - eine Steigerung um ungefähr das Fünffache. Vor allem bei Kokosöl wäre der Effekt sehr stark, so der WWF.

Sparsame Pflanze

Durchschnittlich kommt die Ölpalme auf einen Ertrag von 3,3 t Öl pro ha. Im Vergleich wird deutlich, dass sie mit Abstand die sparsamste Pflanze ist, was den Flächenbedarf angeht: Der Ertrag von Soja liegt bei nur 0,4 t/ha, der von Kokosnuss und Sonnenblumen kernen bei 0,7t/ha und Raps bei 0,7 t/ha. Unabhängig vom Flächenverbrauch ist der Ersatz auch aufgrund der vorteilhaften technischen Eigenschaften des Palmöls schwierig.

In der Studie wird außerdem das Szenario durchgespielt, den Palmölverbrauch ausschließlich durch in Deutschland angebautes Rapsöl zu decken. Auch das liegt aber außerhalb des realistisch vorstellbaren: Die benötigte Fläche entspräche mit 1,4 Mio. ha und damit 20 Prozent der deutschen Ackerfläche, so der WWF.

Suche nach Alternativen

Der WWF sieht also statt dem Verzicht auf Palmöl vorerst andere Maßnahmen als sinnvoll an: Er appelliert an den Verbraucher, auf den übermäßigen Konsum von Schokolade, Süß- und Knabberwaren, Fertiggerichten und Fleisch zu verzichten. 17 Prozent des importierten Öls werden laut WWF-Angaben im Moment in diesen Gütern verarbeitet. Beim Kauf von Palmöl sollten sowohl Konsumenten als auch Verarbeiter auf soziale und ökologische Standards achten, rät die Umweltorganisation. (lm)
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