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Nach sehr zähen Verhandlungen haben sich die 147 WTO-Mitgliedsländer auf ein Rahmenabkommen zur Landwirtschaft am Wochenende geeinigt. Die Reaktionen sind positiv verhalten. Für EU-Handelskommissar Pascal Lamy ist ein „wichtiger Schritt nach vorne“ getan. Es seien aber erst „50 Prozent des Weges zurückgelegt“. EU-Agrarkommissar Franz Fischler sagte, die europäischen Landwirte hätten jetzt klare Perspektiven und die Entwicklungsländer erhielten einen besseren Marktzugang. Vorsichtiger äußerte sich Peter Gaemelke, Präsident des Europäischen Dachverbandes der nationalen Bauernverbände Copa, zum Kompromiss. Zumindest biete das Rahmenabkommen eine klarere Ausgangsbasis, um die WTO-Verhandlungen weiter voranzubringen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht deutliche Verbesserungen gegenüber den ersten Verhandlungsentwürfen und schreibt diese Fortschritte dem Einsatz der beiden EU-Kommissare Lamy und Fischler zu.

Auch wenn die USA große Zugeständnisse haben machen müssen, ist der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick zufrieden. „Das Rahmenabkommen ist ein Meilenstein für den Welthandel“, erklärte Zoellick in einer Mitteilung. Nach Ansicht des australischen Premierministers habe diese Einigung die Glaubwürdigkeit der WTO wieder hergestellt. Er warnte jedoch vor allzu viel Euphorie, denn es sei noch ein langer Weg zu gehen. Positiv verhalten ist auch das Echo in den Entwicklungsländern. China bewertet das Abkommen als „nicht schlecht“, auch wenn manche Erwartungen nicht erfüllt wurden. In Japan sind auch kritische Stimmen zu hören. Sie bemängeln vor allem, dass das Abkommen immer noch viel zu vage sei. (AW)

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