Keine Klärung im Verdachtsfall bei GV-Rapssaatgut

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Die Mühlen der deutschen Justiz mahlen langsam. Die Klärung, ob die Anordnung zum Umbruch von Rapsfeldern, die im Herbst 2007 mit durch GVO geringfügig verunreinigten Saatgutpartien bestellt worden waren, rechtens war oder nicht, wird noch länger auf sich warten lassen. Ein Landwirt in Schleswig-Holstein hatte mit Unterstützung der Deutschen Saatveredelung (DSV), Lippstadt, gegen die Anordnung zum Umbruch im vergangenen Herbst geklagt, die lediglich auf Grund einer Saatgutprobe mit einer Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Organismen (GVO) nah an der Nachweisgrenze basierte. Betroffen von der Anordnung war insgesamt eine Fläche von 1.500 ha in sechs Bundesländern - zum Großteil in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Die DSV hat inzwischen in drei unabhängigen Laboren die Partien untersuchen lassen mit durchweg negativem Ergebnis. Der Züchter fordert auch weiterhin die Durchführung einer B-Probe und wird ein Hauptsacheverfahren gemeinsam mit dem Landwirt anstrengen, erklärte DSV-Vorstand Christoph Lüdecke gegenüber ernährungsdienst.de. Für die DSV sei es wichtig, dass ein solcher Fall durch ein Gericht entschieden und die Grundlage für Anordnungen zum Umbruch auf eine sachliche und neutrale Basis gestellt werden. (AW)

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