Die Bundesregierung bleibt bei der Ablehnung von Maßnahmen gegen Uran in Düngemitteln. In einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen zur Uranbelastung von Boden und Wasser sieht sie "keinen Handlungsbedarf".

So wird es derzeit weder Schwellen- oder Grenzwerte für Uran in Phosphatdüngemitteln noch eine Kennzeichnungspflicht geben. Aus der Antwort geht aber auch hervor, dass die Datenlage zur Zeit noch sehr dünn ist. So ist eine direkte Messung des Urananteils in Grund- und Oberflächengewässern, der aus der Düngung stammt, derzeit nicht möglich. Daher plant das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) im Frühjahr 2013 eine Tagung, die vom wissenschaftlichen Beirat für Düngefragen vorbereitet wird.

Jährlich werden in Deutschland laut statistischem Bundesamt rund 230.000 t Phosphatdünger verwendet. Das Uran stammt aus dem natürlich vorkommenden Rohphosphat. Davon werden weltweit rund 180 Mio. t. abgebaut, zum Beispiel in Marokko in der Nähe von Casablanca.

Wichtig sei es jedoch darauf hinzuweisen, dass das Uran von dem hier die Rede ist, zwar ein Schwermetall, aber kein radioaktives Element ist. Darauf weist Dr. Claus Brusenbauch, Geschäftsführer der ICL Fertilizers Deutschland GmbH hin. Und sagt weiter: "Wenn wir die Wissenschaft verlassen, dann kämpfen wir mit dem Florett gegen die Mistgabel". (hed)



 
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