Keine Staatsbürgschaft für Campa

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Der Versuch des unterfränkischen CSU-Landtagsabgeordneten Robert Kiesel, eine Staatsbürgschaft zur Fortführung des insolventen Biodieselherstellers Campa AG, Ochsenfurt, zu erhalten, ist gescheitert. Geplant war, dass die von der Pleite betroffenen rund 2.000 Bauern in einem Bieterprozess mit Hilfe einer Staatsbürgschaft Campa selbst übernehmen. Dieses Ansinnen musste die Bayerische Staatsregierung ablehnen, weil damit gegen geltendes EU-Recht verstoßen worden wäre, heißt es im Wirtschaftsministerium in München. Da in Bayern im Herbst Landtagswahl ist, glaubten die Initiatoren der Idee, Zustimmung bei der Staatsregierung für ihren Plan zu finden. Schließlich wurde Campa stark von politischer Seite forciert. In der Wirtschaft stieß der Plan einer Fortführung des Unternehmens durch Bauern, die Anteile an Campa halten indes auf Skepsis.

"Die Landwirte haben an vielen Beispielen gezeigt, dass sie mit der direkten Verantwortung in Handels- und Produktionsunternehmen überfordert sind", sagte der Vertreter eines Agrarhandelsunternehmens auf Anfrage von ernährungsdienst.de. Ein Fortbestand der Ölmühle sei ohne bäuerlichen Einfluss sicherer. Medienberichten zufolge sei die Louis-Dreyfus-Gruppe, Paris, an der Campa Ölmühle interessiert. Auch hält sich das Gerücht, wonach das internationale Handelshaus Bunge Handelsgesellschaft mbH, Hamburg, Interesse an Campa signalisiert hätte. (HH)

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