Keine Zuckerquoten für LDC

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Die "Alles-außer-Waffen-Initiative" will EU-Handelskommissar Peter Mandelson keinesfalls nachbessern. Die ärmsten Länder der Welt (LDC) sollten ab 2009, wie vorgesehen, freien Zugang zum europäischen Zuckermarkt bekommen. Mandelson lehnt den Wunsch der LDC nach einem Erhalt des hohen Zuckerpreises in der EU und, im Gegenzug, einer Beschränkung der Einfuhrmengen aus den ärmsten Ländern ab. Es sei eine Illusion der LDC, wenn sie meinen, sie könnten durch eine Mengenbeschränkung eine Absenkung des Zuckerpreises in der EU verhindern, argumentierte der Handelskommissar am Mittwoch in Brüssel bei einem Treffen mit Ministern aus AKP-Ländern. Wenn der Preis ohnehin durch eine Reform falle, würden sich die LDC durch Mengenverzicht nur unnötigerweise selbst beschränken.

Unter den EU-Mitgliedstaaten herrscht ein ganz anderes Meinungsbild. Eine Mehrheit der Mitgliedstaaten sieht die "Alles-außer-Waffen-Initiative" als offene Flanke für die EU-Zuckermarktordnung an. Sie fordern deshalb Quoten für die LDC, die die Einfuhrmengen berechenbar machen würden. Mit einer Nachbesserung der Initiative hoffen viele Mitgliedstaaten, die Reform der Zuckermarktordnung auf Quotenkürzungen beschränken zu können. (Mö)

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