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Die schwedische Kemira-Gruppe, Helsinki, bezeichnet ihr Ergebnis im Geschäftsfeld Düngemittel für das erste Halbjahr 2000 als schwach. Das Betriebseinkommen des Unternehmenszweigs betrug mit 11 Mio. Euro allerdings 4 Mio. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz von Kemira Agro belief sich im ersten Halbjahr auf 591 Mio. Euro, das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitram. Das Verkaufsvolumen an Pflanzennährstoffen erhöhte sich in Westeuropa um rund 3 Prozent.
Die Preise für reine Stickstoff-Produkte hätten sich im Vergleich zum Vorjahr um 20 bis 50 Prozent erhöht. Auch die Preise für NPK-Düngemittel hätten etwas angezogen, teilt das Unternehmen mit. Ein großer Teil der Lieferungen im ersten Jahresquartal seien jedoch auf der Preisbasis Ende 1999 erfolgt, so dass von dem darauffolgenden Preisanstieg nicht profitiert werden konnte. Gewinnschmälernd wirkten auch hohe Preise für Erdgas und die Kosten durch die reparaturbedingte Stilllegung der Ammoniak-Fabrik in Großbritannien. Die Umsätze der Gartenbau-Abteilung wuchsen um etwa ein Drittel.
In Verbindung mit der Schließung der Stickstoff-Fabrik im niederländischen Rozenburg hat Kemira Agro 84 Mio. Euro als einmalige Ausgaben verbucht. Um die Position in Russland und den baltischen Märkten zu stärken, hat das Unternehmen seine Anteile an der litauischen UAB Kemira-Lifoasa von 33 auf 51 Prozent erhöht. Zudem verständigte sich Kemira mit der russischen JSC Acron auf die gemeinsame Vermarktung von Düngemitteln in den GUS-Staaten und den baltischen Grenzregionen.
Kemira Agro erwartet eine Verbesserung des Betriebseinkommens für das gesamte Jahr 2000 im Vergleich zum Vorjahr. Mit "schwarzen Zahlen" rechnet man jedoch nicht. Im Jahr 1999 wurde ein Ergebnis von minus 39 Mio. Euro erzielt. Eine steigende Nachfrage und damit positive Effekte auf den Düngemittelmarkt erhofft sich das Unternehmen durch den WTO-Beitritt Chinas. (ED)
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