Kennzeichnung von Lebensmitteln vorerst auf Eis

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Detailliertere Angaben zu Lebensmitteln in der EU wird es vorerst nicht geben. Der für Verbraucherschutz zuständige Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat gestern mit deutlicher Mehrheit entschieden, die Beratungen zum Vorschlag der Kommission zur Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) nicht fortzusetzen. Rund 1.000 Änderungsanträge sind gestellt worden und es muss nun eine neuer Berichtsentwurf verfasst werden, der erst nach den im Juni 2009 stattfindenden Wahlen zum europäischen Parlament beraten werden soll. In der geplanten Verordnung waren detaillierte Angaben über die Zusammensetzung von Lebensmitteln wie beispielsweise der Gehalt an Energie, Fett, Kohlenhydraten, Zucker und Salz vorgesehen. Auch die Angaben über allergene Stoffe sollten umfangreicher ausfallen. Besonders umstritten ist die Forderung nach der so genannten Ampelkennzeichnung nach britischem Vorbild: Rot für gesundheitlich bedenkliche, Gelb für eingeschränkt empfehlenswerte und Grün für unbedenkliche Lebensmittel.

Die Lebensmitelwirtschaft sieht ihre Kritik bestätigt. Sie fordert, dass die Pflichtkennzeichnung auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben soll, heißt es in einer Mitteilung des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL), Bonn. Auch die Ablehnung der Ampelkennzeichnung wurde begrüßt, die "ernährungswissenschaftlich untragbar wäre", heißt es weiter. (AW)

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