Kennzeichnungspflicht für Rindfleisch mit Zugeständnissen

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Um die Kennzeichnungspflicht für Rindfleisch pünktlich am 1. September 2000 in Kraft treten zu lassen, hat sich der EU-Agrarministerrat am Montag in Brüssel in zwei Punkten den Vorstellungen des Europäischen Parlamentes gebeugt. Hackfleisch soll nun so behandelt werden wie anderes Fleisch. Entgegen der ursprünglichen Entscheidung des Rates muss nun auch beim Hackfleisch das Land der Schlachtstätte des Rindes ab dem 1. September 2000 aus dem Etikett hervor gehen. Ab dem 1.1.2002 müssen nach dem EU-Recht beim Hackfleisch auch das Land der Geburt und der Mast des Rindes hinzu kommen.
Zweitens wird die sogenannte Kategorie bei der Fleischkennzeichnung nicht mehr vorgeschrieben. Die Angaben, ob es sich um Bullen-, Kuh-, Ochsen- oder Kalbfleisch handele, hält das EP in diesem Zusammenhang für überflüssig. Die Agrarminister haben sich dem einstimmig angeschlossen. Die deutsche Kennzeichnungvorschrift für Rindfleisch wird voraussichtlich mit einer Verzögerung um wenige Wochen in Kraft treten. Der Bund und die Länder streiten sich noch, wer die Etikette kontrollieren soll. Da aber die Kennzeichnungsvorschriften der EU am 1. September 2000 für alle Mitgliedstaaten verbindlich in Kraft treten, steht nur die Pünktlichkeit des deutschen Teils in Frage. (Mö)
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