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Nach einer Klage beim Verwaltungsgericht Gera durch die Agrar e.G. Rüdersdorf bei Hermsdorf (Thüringen) musste die für das vergangene Wochenende vorgesehene Tötung wegen eines BSE-Falles von 247 Rindern dieses Betriebes und von 15 Tieren der Agrargenossenschaft Gerstenberg ausgesetzt werden. Nach Meinung des Rüdersdorfer Betriebsleiters, Jürgen Weise, würde die Tötung von knapp der Hälfte des Tierbestandes die Existenz der Genossenschaft in Frage stellen. Wie vom Pressesprecher des Verwaltungsgerichtes, Dr. Bengt Fuchs, zu erfahren war, liegen dem Gericht noch nicht alle Unterlagen für eine Entscheidung vor.
Der Eilantrag, sagte Fuchs, richte sich gegen das Land Thüringen. Erreichen wolle der Rüdersdorfer Betrieb, dass keines seiner Rinder oder nur einige aus der Fütterungskohorte getötet würden. Bis zur Entscheidung des Gerichtes, die noch in dieser Woche erfolgen soll, wird nach Absprache mit dem Thüringer Gesundheitsminister, Frank -Michael Pietzsch, auf die Keulung der Rinder verzichtet. Sein Ministerium hatte "mit großem Erstaunen" auf die Klage der Bauern reagiert. Sie sei bundesweit einmalig und vollkommen unverständlich. Zum ersten Mal sei in Deutschland gegen die Kohortenlösung geklagt worden. Die bis vor kurzem gültige Praxis, den gesamten Bestand zu töten, hätte viel gravierendere Auswirkungen auf den Betrieb, hieß es. (Bm)
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